VPN in der Türkei verwenden. Warum ist dies wichtig?

In der Türkei werden seit Jahren die Nutzer die das Internet nutzen überwacht und gezielt auch Webseiten und Dienste blockiert. Das bedeutet, dass es in der Türkei nur beschränkt möglich ist auch auf beliebte Seiten wie YouTube oder Facebook zuzugreifen oder Nachrichtendienste wie Whatsapp zu verwenden. Ebenso ist es bekannt, dass die Behörden die Internetnutzung überwachen und auch gezielt unliebsame Personen damit identifizieren. Personen welche politisch eine andere Ansichtsweise haben, können darüber hinaus nicht nur verfolgt werden, sondern müssen auch Repressalien bis hin  zur Gefangennahme befürchten. ernets

Die Türkei ist damit auch für normale Nutzer des Internets zu einem gefährlichen Ort geworden.

Internet-Sperren in der Türkei

Während die meisten Nutzer es gewohnt sind auf jede Webseite im Internet zugreifen zu können, werden in der Türkei viele Webseiten blockiert. Begonnen hat dieser Vorgang bereits 2002 als zum ersten Mal die soziale Webseite “YouTube” mit der Begründung der “Anti-Islam Propaganda” gesperrt wurde. Dabei war gemeint, dass einige Videos die auf YouTube veröffentlicht wurden, sich auch kritisch mit dem Islam als Religionsgemeinschaft und der Rolle der Türkei dabei auseinandersetzten.  Auch wenn die Türkei ein “Nato” Mitglied ist, bedeutet dies nicht, dass dort ebenso Werte wie “Informationsfreiheit” oder gar “Meinungsfreiheit” gelten.  Heute sind bereits tausende Webseiten zur Verwendung innerhalb der Türkei gesperrt worden. Der Umfang bezieht sich vorwiegend auf soziale Medienseiten und Services, und betrifft auch die beliebtesten Nachrichten-Apps. Damit soll verhindert werden, dass türkische Bürger Zugang zu freien Informationen erhalten, oder dass durch verschlüsselte Kommunikation dem türkischen Geheimdienst/Polizei Informationen über einzelne Bürger versperrt bleiben.

Wenn Du Zugriff auf Kommunikation oder auch Inhalte über das Internet innerhalb der Türkei haben möchtest, dann verwende einen VPN-Service.

Die Überwachung des Internets hilft unliebsame Personen aufzuspüren

Wer sich kritisch innerhalb der Türkei mit der Regierung oder den Handlungen auseinandersetzt, ist tatsächlich auch in seinem Leben bedroht. Dies haben viele Fälle gezeigt, welche auch innerhalb der deutschsprachigen Medien für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Allerdings ist der Umfang der Kontrolle und dessen Auswirkung nur wenigen verdeutlicht worden. Derzeit sitzen mehr als 12.000 Personen aufgrund politischer Meinungsäußerungen im Gefängnis. Mehr als die Hälfte dieser Personen wurden vorwiegen wegen Internet-Aktivitäten erkannt. Es trifft auch ausländische Staatsbürger gleichfalls, wie auch teilweise Touristen und natürlich auch Journalisten.

Als normaler Tourist, ohne jegliche politische Intentionen, wird daher empfohlen auf die Nutzung des Internets komplett zu verzichten. Die Gefahr, dass man in den Fokus von Polizei oder der Geheimdienst-Behörden gelangt ist sehr groß.

VPN-Services zur Umgehung der Sperren werden systematisch blockiert.

Wer denkt, dass man in der Türkei jeden VPN-Service nutzen kann, der wird schnell die technisch hochwertigen Sperren des türkischen Systemes kennenlernen. Um Nutzer vor der Verwendung von VPN-Services zur Umgehung von Sperren abzuhalten, werden diese Services meistens technisch an einem Verbindungaufbau gehindert. Es ist aber nicht illegal diese Services zu verwenden, lediglich ist es nur noch eingeschränkt möglich. Ein VPN-Anbieter ohne entsprechende Vorkehrungen zur Verbindung auch in restriktiven Netzwerken, hat heute aber keine Chance mehr auch eine Verbindung aufzubauen.  Und natürlich ist es auch von Vorteil, wenn die Nutzung des VPN-Services so gut es geht dabei verschleiert wird. Auch dies ist ein besonderer Grund, der unbedingt Erwähnung finden muss. Nutzer können rasch auch Ziel genauerer Überwachung werden, sollte erkennbar sein, dass diese einen VPN verwenden.

Die Türkei bekommt dabei technologische Hilfe aus Israel und den USA.

Die Sperren, welche in der Türkei eingesetzt werden durch staatliche Stellen, entsprechen dem heutigen Stand der Überwachungstechnik, wie diese nur durch Israel und den USA entwickelt wurde. Die beiden Länder, auch wenn es oftmals politische Spannungen zu geben scheint, unterstützen aktiv die Überwachung und auch die Sperren für Internetnutzer durch den Technologietransfer.

Der in Deutschland entwickelte Trojaner hilft bei der Überwachung der Nutzer

Selbst deutsche Software wird eingesetzt um unliebsame politische Personen zu überwachen. Die Münchner Firma “FinFisher” liefert seit 2013 Anwendungen und Technik an die Türkei, mit der Nutzer auf deren Geräte zu 100% überwacht werden können. Selbst verschlüsselte Kommunikation wird dadurch einsehbar und Standortdaten und auch andere auf den Geräten befindliche Daten sind damit für die Behörden zugänglich. Kein Passwortschutz kann dies auf keinem Gerät verhindern.

Hinweise zu “FinFisher”:

Deutsche offiziellen Meldungen dazu lauten, dass man nur Technologie liefert die gegen den Terrorismus helfen kann. Natürlich ist dies eine Lüge, und es ist ja auch nicht mehr bestritten, dass die Staaten heute ja selbst bestimmen, wer ein “Terrorist” ist. So viel Doppelmoral kann man wohl kaum ertragen.